Auf einer geplanten Ausgleichsfläche in Hürth soll künftig Laubwald aufgeforstet werden. Vorher müssen jedoch die vorhandenen Robinien zurückgedrängt werden. Die Robinie gilt als invasive Baumart. Sie breitet sich stark aus, verdrängt heimische Pflanzenarten und verändert durch Stickstoffanreicherung die Bodenverhältnisse. Ein einfaches Fällen der Bäume würde die Bildung zahlreicher Wurzelausläufer fördern und damit die weitere Ausbreitung begünstigen. Deshalb wird ein spezielles Verfahren angewendet: das Ringeln mit temporärer Restbrücke.

Dabei wird zunächst ein handbreiter Streifen der Rinde entfernt, während ein schmaler Verbindungssteg bestehen bleibt. Dadurch wird der Nährstoff- und Wassertransport zwischen Krone und Wurzeln schrittweise unterbrochen. Der Baum wird langsam geschwächt, ohne starke Wurzelaustriebe zu bilden. Im Verlauf des Jahres wird die Restbrücke schließlich durchtrennt. Die Krone stirbt nach und nach ab, während mögliche Neuaustriebe regelmäßig entfernt werden.

Abgestorbene, standsichere Bäume können anschließend als stehendes Totholz erhalten bleiben. Dieses besitzt einen hohen ökologischen Wert und bietet Lebensraum für zahlreiche Arten wie Spechte, Fledermäuse und holzbewohnende Insekten.