Wenn sich morgens noch der Nebel über die Wiesen legt, sind unsere Kartierteams häufig schon unterwegs. Andere Einsätze beginnen dagegen erst, wenn die Sonne langsam untergeht. Auch 2026 waren unsere Kolleginnen und Kollegen wieder für zahlreiche Kartierungen im Einsatz. Ob bei strahlendem Sonnenschein, kühlen Temperaturen oder unter dunklen Regenwolken: Die Arbeit im Gelände brachte ganz unterschiedliche Bedingungen mit sich.
Die diesjährigen Erfassungen führten uns in vielfältige Landschaften und an so manchen ungewöhnlichen Ort. Von Heideflächen und artenreichen Flachland-Mähwiesen über Wälder und Gewässer bis hin zu Bauwerken und Gebäuden gab es einiges zu untersuchen. Neben Vegetations- und Biotopkartierungen standen zahlreiche faunistische Erfassungen auf dem Programm. Dabei wurden beispielsweise Brutvögel, Amphibien und mögliche Vorkommen der Haselmaus untersucht. Auch Bauwerke und Gebäude wurden im Hinblick auf potenzielle Lebensstätten geschützter Arten wie Fledermäuse kontrolliert.
Zu den erfassten Arten gehörten unter anderem Turmfalken, Stare und Spechte. Ein besonderer Anblick war dabei ein Neuntöterpaar, das sich gemeinsam im Geäst beobachten ließ. Hinter dem ungewöhnlichen Namen steckt eine ebenso ungewöhnliche Geschichte: Früher glaubte man, der Vogel würde erst nach neun erbeuteten Tieren fressen. Tatsächlich spießt der Neuntöter größere Beutetiere auf Dornen auf, um sie zu zerteilen oder als Vorrat für später aufzubewahren. Doch auch abseits der gezielten Erfassungen gab es einiges zu entdecken. Manchmal waren es gerade die ungeplanten Begegnungen am Wegesrand, die für einen schönen Moment sorgten, etwa mit einem Aurorafalter oder einem Jakobskrautbären.
Für Abwechslung sorgten nicht nur die unterschiedlichen Arten und Lebensräume, sondern auch die Arbeitsbedingungen. Während es bei manchen Untersuchungen mit Gummistiefeln durch Gewässerdurchlässe ging, stand für die Biotopkartierung auf einem Golfplatz ein eher ungewöhnliches Fortbewegungsmittel bereit: das Golfcart. So ließ sich die nächste Kartierfläche ausnahmsweise ganz bequem auf vier Rädern erreichen.
Mit dem Ende der intensiven Kartierphase wird das Klemmbrett nun wieder häufiger gegen die Tastatur getauscht. Die Ergebnisse der diesjährigen Kartierungen werden weiter ausgewertet und fließen je nach Vorhaben unter anderem in artenschutzrechtliche Prüfungen, landschaftspflegerische Begleitpläne oder FFH-Verträglichkeitsprüfungen ein. Sie bilden damit eine wichtige Grundlage, um mögliche Auswirkungen auf Arten und Lebensräume zu bewerten und erforderliche Schutz-, Vermeidungs- und gegebenenfalls Ausgleichsmaßnahmen zu entwickeln.















