Vom Schulhof zum Klimahof

Mit der Neugestaltung des Schulhofs der Paul-Kraemer-Schule in Frechen ist ein Außenraum entstanden, der Klimaanpassung, Biodiversität und Inklusion auf besondere Weise verbindet. Im Auftrag des Rhein-Erft-Kreises wurde die zuvor überwiegend asphaltierte und stark versiegelte Fläche umfassend saniert und zu einem naturnahen, barrierefreien Schulhof mit hoher Aufenthaltsqualität entwickelt.

Ein zentrales Ziel der Planung war es, den Schulhof widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen. Die Entsiegelung großer Flächen, neue Vegetations- und Rasenbereiche sowie helle Pflasterflächen tragen dazu bei, die Aufheizung des Außenraums zu reduzieren und das Mikroklima nachhaltig zu verbessern. So entsteht auch an heißen Sommertagen ein deutlich angenehmeres Umfeld für den Schulalltag.

Als Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung stellte die Paul-Kraemer-Schule zugleich besondere Anforderungen an die Gestaltung der Freianlagen. Die Planung verbindet daher klimaangepasste Freiraumgestaltung mit Barrierefreiheit und Inklusion: übersichtliche Wegeführungen, gut einsehbare Aufenthaltsbereiche und barrierearme Verbindungen fördern Orientierung, Sicherheit und eine möglichst selbstständige Nutzung der Außenflächen.

Ein besonderer Fokus lag auf der Begrünung des Schulgeländes. Verwendet wurden ausschließlich ungiftige, standortgerechte und klimaresiliente Pflanzen, die langfristig mit veränderten Witterungsbedingungen zurechtkommen. Ergänzende Gehölz-, Stauden- und Bodendeckerpflanzungen sowie markante Einzelbäume schaffen vielfältige Grünstrukturen, verbessern das lokale Klima und bieten wertvolle Lebensräume für Insekten und andere Tiere.

Auf dem kleineren, rückwärtigen Schulhof wurde eine bestehende Pflanzfläche zu einem Schulgarten mit Kräutern und Beerensträuchern weiterentwickelt. Hier erleben die Schüler*innen Natur unmittelbar, indem sie pflanzen, pflegen und ernten – ein Lernort, der Umweltbildung und Nachhaltigkeit im Schulalltag erlebbar macht.

Auch der sommerliche Hitzeschutz wurde konsequent mitgedacht. Zwei großzügige Sonnensegel ergänzen die neuen Grünflächen und schaffen schattige Aufenthaltsbereiche. Zusammen mit den hellen Belägen und der verstärkten Begrünung tragen sie dazu bei, die thermische Belastung deutlich zu reduzieren und die Freiflächen auch bei intensiver Sonneneinstrahlung komfortabel nutzbar zu halten.

Ein Beitrag zur Klimaanpassung

Mit der Fertigstellung ist ein Schulhof entstanden, der weit über eine funktionale Außenanlage hinausgeht. Die Neugestaltung zeigt, wie Entsiegelung, klimaresiliente Bepflanzung und Beschattung zu einem zukunftsfähigen Freiraum beitragen können. Gleichzeitig bleibt der Schulhof ein inklusiver Lern-, Spiel- und Lebensraum, der Naturerlebnis, Bewegung und gemeinsames Miteinander fördert – und damit einen sichtbaren Beitrag zur Klimaanpassung im Bildungsbereich leistet.